Watermaker Sedimentfilter

Warum Sedimentfilter für einen Wassermacher unerlässlich sind

Eine Wassermacher ist für viele Segler und Motoryachtbesitzer ein unverzichtbarer Ausrüstungsgegenstand. Um sowohl die Umkehrosmose-Membran als auch die Pumpe des Systems zu schützen, muss das Meerwasser vorab gründlich gefiltert werden. Der Sedimentfilter bildet dabei die entscheidende Barriere gegen Sand, Schlick, Algen, Kunststoffpartikel und sonstige Verunreinigungen.

In diesem Artikel behandeln wir folgende Themen:

  • Bedeutung der Sedimentfilter
  • Verschiedene Filtertypen
  • Filterqualität und -größen
  • Reinigung der Filter
  • Wartungshinweise

Meerwasser enthält weit mehr als nur Salz. Zu den typischen Verunreinigungen gehören:

  • Sand und Schlamm
  • Algen, Plankton und Schalenfragmente
  • Mikroplastik

Ohne einen wirksamen Vorfilter riskieren Sie:

  • Verstopfte und beschädigte Membranen
  • Verringerte Leistung der Wasseraufbereitungsanlage
  • Erhöhter Energieverbrauch
  • Kostspielige Reparaturen an der Hochdruck- oder Clark-Pumpe

Arten von Sedimentfiltern für Watermaker

Es sind verschiedene Filtertypen erhältlich, die sich im Allgemeinen in Oberflächen- und Tiefenfilter unterteilen lassen. Oberflächenfilter halten sämtliche Sedimente an der Filteroberfläche zurück, während Tiefenfilter die Sedimente über die gesamte Tiefe des Filters hinweg aufnehmen. Tiefenfilter lassen sich wiederum in Meltblown- und Wickelfilter unterteilen.

Kriterium

Tiefenfilter

Schmelzgeblasen

Tiefenfilter

gewickelt

Oberflächenfilter

gefaltet oder Netz

Schmutzaufnahme-vermögen

hoch

hoch

niedrig im Vergleich

Effizienz

hoch

niedrig im Vergleich

hoch

Wiederverwendbar

nein

nein

Ja

Sedimentfilter für Watermaker im Vergleich. Gewickelter Seifenfilter, Schmelzgeblasener Tiefenfilter und gefalteter Oberflächenfilter.

Gibt es Qualitätsunterschiede bei Filtern?

Kurz gesagt: Ja!
Nominale vs. absolute Filterfeinheit
Die Filterfeinheit wird oft in Mikrometern (µm) angegeben – entscheidend ist jedoch der Abscheidegrad, der sich je nach nominaler oder absoluter Angabe stark unterscheidet:
Nominal: Hierzu zählen die meisten handelsüblichen Filter. Eine nominale Angabe von beispielsweise 5 µm bedeutet nicht, dass keine Partikel dieser oder größerer Größe hindurchgelangen. Der Abscheidegrad kann bei verschiedenen Nominalfiltern stark variieren und liegt etwa zwischen 70 % und 95 %. Daraus ergeben sich deutliche Qualitätsunterschiede, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind.
Absolut: Absolutfilter sind um ein Vielfaches teurer als Nominalfilter; sie garantieren, dass 99,98 % der Partikel der angegebenen Größe zurückgehalten werden. Abgesehen von einigen sehr speziellen Pumpentypen ist dies für Wassermacher (Meerwasserentsalzungsanlagen) in der Regel nicht erforderlich.

Kann ich meine Vorfilter auswaschen, und welchen Typ sollte ich verwenden?

Faltenfilter eignen sich besonders gut, wenn sie ausgewaschen werden sollen. Wichtig ist dabei, dass sie vollständig aus Kunststoff bestehen. Dies macht sie deutlich teurer als günstigere Varianten, die größtenteils oder vollständig aus Zellulose gefertigt sind. Beim Waschen ist äußerst sorgfältig vorzugehen, um eine Kreuzkontamination der „sauberen“ Filterseite zu vermeiden.
Da es dabei einiges zu beachten gilt und Filter nicht unbegrenzt oft gewaschen werden können, bevorzugen wir im Allgemeinen Tiefenfilter.
Wickelfilter empfehlen sich aufgrund ihres geringen Druckverlusts als erste Stufe in einem zweistufigen Filtersystem oder für kleine Anlagen ohne bzw. mit nur schwacher Förderpumpe. In solchen Fällen reicht die geringere Abscheideleistung meist aus, um dennoch einen zufriedenstellenden Anlagenschutz zu gewährleisten.
Bei größeren oder empfindlicheren Anlagen mit Energierückgewinnung sollten hingegen eindeutig schmelzgeblasene Filter mit hoher Abscheideleistung eingesetzt werden, um die Anlage optimal zu schützen.

FilterlLänge – 9 ¾ Zoll vs. 10 Zoll

Der Unterschied von etwa 6 mm zwischen 9 ¾-Zoll- und 10-Zoll-Filtern mag gering erscheinen, hat jedoch erhebliche Auswirkungen auf die korrekte Abdichtung im Filtergehäuse.

9 ¾ Zoll: Im Marinebereich gebräuchlich und passgenau für viele Vorfiltergehäuse von Wassermachern.

10 Zoll: Häufig in Haushaltsanlagen verwendet, kann jedoch in manchen Gehäusen zu stramm oder zu locker sitzen. Zudem sind die Fertigungstoleranzen groß – nicht jede Kartusche mit der Nenngröße 10 Zoll passt in jedes 10-Zoll-Gehäuse.

Warum das wichtig ist:
Stimmt die Länge nicht, kann die Dichtlippe nicht korrekt schließen. Wasser kann am Filter vorbeiströmen und ungefiltert zur Membran gelangen, oder das Gehäuse lässt sich nicht richtig schließen, wodurch Wasser austreten kann.

Wasserfiltergehäuse eines Watermakers mit frischer Filterkerze. Ein kleiner Spalt schließt sich beim Schließen des Gehäuse.

Wartungstipps für Sedimentfilter in Wassermachern

  • Regelmäßig überprüfen: Insbesondere vor langen Fahrten oder nach dem Betrieb in trübem Wasser.
  • Rechtzeitig austauschen: Wenn die Durchflussrate sinkt oder der Druck zwischen Filter und Pumpe abfällt. Bei Ocean-Spring-Modellen lässt sich dies bequem am Manometer des Bedienfelds ablesen. Andernfalls gibt eine Sichtprüfung Aufschluss darüber, ob ein Wechsel erforderlich ist – ist der Filter von außen dunkel oder gar schwarz, ist es Zeit für einen Austausch!
  • Filtergehäuse reinigen: Vergessen Sie nicht, den Filterbecher beim Filterwechsel auszuspülen, damit keine bereits herausgefilterten Partikel in Ihren Wassermacher gelangen!
  • Ersatzfilter an Bord mitführen: Besonders bei Fahrten in abgelegene Gebiete.
  • Nach jedem Gebrauch spülen: Dies verlangsamt das mikrobielle Wachstum und entlastet die Membran.
Eine Verschmutzte Filterkerze eines Watermaker. Die Tiefenfiltration wird hier gut sichtbar.

Fazit

Der Sedimentfilter ist das Herzstück der Vorfiltration bei jeder Wasseraufbereitungsanlage. Die Wahl zwischen gewickelten, schmelzgeblasenen oder plissierten Filtern – in der passenden Länge und mit der richtigen Abdichtung – gewährleistet eine zuverlässige Leistung und eine lange Lebensdauer Ihres Systems.

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