Installationsplanung für einen Watermaker

Planen Sie, einen Watermaker auf Ihrem Boot zu installieren?

Die Installation einer Wassermacher-Anlage auf einer Yacht oder einem Segelboot ist ein Projekt, das die meisten Eigner nur ein einziges Mal in Angriff nehmen – und vor dem sie verständlicherweise Respekt haben. Das ist auch nur allzu verständlich, schließlich handelt es sich um ein kostspieliges System mit einer ganzen Reihe von Komponenten.
Im Gespräch mit Kunden tauchen immer wieder dieselben Fragen auf. In diesem Blogbeitrag gehen wir auf die häufigsten Fragen ein, um Ihnen eine erste Orientierungshilfe zu bieten.

Behandelte Themen in diesem Artikel

  • Zu platzierende Komponenten und allgemeine Überlegungen
  • Meerwasser-Einlass & Borddurchlässe
  • Platzierung von Förderpumpe und Filtern
  • Platzierung der Hochdruckpumpe
  • Position und Ausrichtung der Membran
  • Hinweise zur Installation

Wo sollte man einen Wassermacher auf einem Boot installieren?

Eine der ersten Fragen, die es zu beantworten gilt, lautet: Wo platziert man die einzelnen Teile eines Wassermachers? Schauen wir uns zunächst an, was zu einem System gehört, und gehen wir dann auf die Details ein.

  • Grobfilter und Vorförderpumpe
  • Sedimentfilter
  • Hochdruckpumpe
  • Membraneinheit
  • Bedienteil
  • Anschlusskasten

Es handelt sich offenbar um eine ganze Reihe von Komponenten, die alle untergebracht werden müssen; daher sind wir fest davon überzeugt, dass eine modulare Wassermacher-Anlage für die meisten Boote die beste Wahl ist – im Gegensatz zu einem kompakten System mit Rahmen, bei dem alle Komponenten in einem einzigen großen Block zusammengefasst sind.
Abgesehen vom eigentlichen Platzbedarf gibt es bei der Planung einer Installation noch einige weitere Aspekte zu berücksichtigen.

  • Geräuschentwicklung bei normalem Betrieb
  • Kurze Schlauch- und Kabelführung, insbesondere bei Gleichstromsystemen

Die Bedeutung des Meerwasserzulaufs

Bei jeder Wassermacheranlage ist es entscheidend, das Eindringen von Luft in das System zu verhindern. Daher ist es wichtig, den Meerwasser-Einlass an einer Stelle des Rumpfes zu wählen, die niemals aus dem Wasser ragt.

Bei Segelbooten: Typischerweise mittschiffs, im Bereich des Kiels
Bei schnellen Motorbooten: Weiter achtern, mittschiffs

Ein weiterer Aspekt ist der Saugdruck für die Pumpen. Keine Pumpe sollte im Betrieb einem übermäßig niedrigen Druck ausgesetzt sein.
Doch was geschieht an der Außenseite des Rumpfes während der Fahrt? Durch die Bewegung im Wasser sinkt der Wasserdruck am Rumpf ab; deshalb ist zu beobachten, wie das Boot bei hoher Geschwindigkeit tiefer ins Wasser „eintaucht“.
Genau aus diesem Grund sollte ein Einlass in Schaufelform installiert werden, dessen Öffnung nach vorne gerichtet ist. Auf diese Weise herrscht am Wassereinlass stets ein Überdruck, wodurch ein dauerhaft zuverlässiger Betrieb der Pumpen gewährleistet wird.

Borddurchlass als Wasserlöffel ausgeführt. Dies ist ideal für einen Watermaker, da Wasser während der Fahrt reingedrückt wird.

Geteilte Borddurchlässe und Dimensionierung – Was ist möglich?

Eine der häufigsten Fragen zu Borddurchlässen ist, ob diese gemeinsam für andere Systeme genutzt werden können.
 
Was den Auslass – also den Sole-Ausgang – betrifft: Hier lautet die Antwort ganz allgemein „Ja“, da das Wasser ohnehin nach außen befördert wird.
Beim Einlass hingegen kommt es auf die Umstände an: Werden die angeschlossenen Verbraucher gleichzeitig betrieben, und wie groß ist der Einlass im Verhältnis zum gesamten Wasserbedarf?
Der Motor oder die Klimaanlage Ihres Bootes können einen erheblichen Wasserdurchfluss erfordern. Sind diese beispielsweise an einen kleinen 1/2-Zoll-Einlass angeschlossen, könnte dies wiederum zu einem Unterdruck auf der Saugseite führen – was nicht ideal ist.
Wenn Sie planen, sich den Einlass mit anderen Geräten zu teilen, die möglicherweise gleichzeitig mit der Wassermacheranlage laufen und einen hohen Wasserbedarf haben, stellen Sie sicher, dass der Einlass ausreichend groß dimensioniert ist: mindestens 3/4 Zoll, besser jedoch 1 Zoll – je nach Verbraucher und Größe der Wassermacheranlage.

Überlegungen zur Platzierung der Vorförderpumpe und der Filter eines Watermaker.

Die Förderpumpe und der Filter (Sieb) einer Wassermacheranlage sind in der Regel wartungsarm; der Aufwand beschränkt sich meist darauf, den Filter gelegentlich zu reinigen. Die Zugänglichkeit ist zwar ein Faktor, aber nicht der entscheidende. Unsere Modularen Ocean-Spring Wassermacher verwenden ausschließlich magnetgekuppelte Förderpumpen; diese arbeiten sehr leise, sind jedoch nicht selbstansaugend. Das bedeutet, dass von der Pumpe keine störenden Geräusche ausgehen, Filter und Förderpumpe jedoch unterhalb der Wasserlinie installiert werden müssen.
Um einen Unterdruck auf der Saugseite der Pumpe zu vermeiden, empfiehlt es sich zudem, beide Komponenten in der Nähe des Borddurchlasses zu platzieren und lieber einen längeren Schlauchabschnitt zwischen Förderpumpe und Hochdruckpumpe zu verlegen.
Die Sedimentfilter: Dies sind die Komponenten, die im Rahmen der Wartung am häufigsten gehandhabt werden müssen. Je nach Beschaffenheit des Meerwassers ist ein gelegentlicher Austausch erforderlich; daher ist die gute Zugänglichkeit bei der Wahl des Einbauorts der wichtigste Aspekt.

Platzierung der Hochdruckpumpe

Bei jedem konventionellen Watermaker ist die Hochdruckpumpe die Lärmquelle. Insbesondere auf Segelbooten ohne großen, schallisolierten Maschinenraum kann dies ein Problem darstellen.

Es gibt verschiedene Ansätze, um die Geräuschentwicklung zu reduzieren:

  • Fertigen Sie eine stabile, steife Unterlage an, die ihrerseits von der Bootsstruktur entkoppelt ist – zum Beispiel ein massives Stück Bootsbausperrholz, das Sie mithilfe von Dämpfern oder einem elastischen Material (wie etwa einer dicken Raupe Montagekleber) befestigen.
  • Sorgen Sie für eine Schalldämmung im Einbaubereich.
  • Wählen Sie einen Einbauort, der möglichst weit von den Bereichen entfernt liegt, in denen Sie sich beim Ankern oder Segeln üblicherweise aufhalten (z. B. in der Bugkabine).


Angesichts dieser Kriterien und Empfehlungen drängt sich eine weitere häufig gestellte Frage auf: Kann die Pumpe im Motorraum untergebracht werden?
Die Antwort lautet wiederum: „Kommt darauf an.“

  1. Belüftung: Jeder herkömmliche Elektromotor benötigt eine gewisse Luftkühlung. Damit diese Kühlung wirksam ist, darf die Umgebungstemperatur während des Betriebs der Wassermacheranlage 40 °C nicht überschreiten. Dies erfordert eine gute Zwangslüftung des Maschinenraums.
  2. Nutzungsgewohnheiten: Belüftung hin oder her – nach dem Abschalten des Motors verbleibt Restwärme im System, während die Belüftung nicht mehr läuft. Verbleibt nach Abschluss der Wasserproduktion Meerwasser in der Entsalzungsanlage, kann die zusätzliche Wärme zu Korrosionsproblemen führen und die Lebensdauer Ihrer Hochdruckpumpe verkürzen. Eine Süßwasserspülung nach der Nutzung wirkt diesem Problem entgegen.
Eine Hochdruckpumpe in der Bilde eines Katamarans. Ungenutzter Raum kann so für einen Wassermacher verwandt werden.
Eine ungenützte Toilette umgebaut zu einem Technikraum in dem ein Watermaker platz findet samt vertikal montierter Membran.

Die Membraneinheit des Watermaker

Als eine der sperrigsten Komponenten einer Wassermacheranlage kann die Membraneinheit – insbesondere auf kleinen Segelbooten – eine Herausforderung bei der Unterbringung darstellen.
Betrachten wir einige typische Aspekte:

  • Spielt die Ausrichtung eine Rolle?
    • Nicht allzu sehr. Sie können sie waagerecht, senkrecht oder in jeder beliebigen Zwischenposition montieren. Achten Sie lediglich darauf, dass die Einbaulage das Entweichen von Luft ermöglicht. Das bedeutet: Bei senkrechter oder schräger Montage müssen sich die Auslässe für Meerwasser und Produktwasser am höchsten Punkt befinden, damit die Luft dort entweichen kann.
  • Was ist mit dem Maschinenraum?
    • Auch hier ist Hitze ein Problem – weniger wegen Korrosion, sondern vielmehr wegen biologischen Wachstums, das durch erhöhte Temperaturen beschleunigt wird.
    • Das Spülen mit Süßwasser und die regelmäßige Verwendung von Membranreinigern helfen zwar, doch letztendlich ist es besser, die Membraneinheit an einem kühleren Ort unterzubringen; zudem verursacht sie dort keine Geräusche.
  • Die Länge als entscheidender Faktor bei kleinen Booten:
    • 40 Zoll ist die gängigste Länge für Umkehrosmose-Membranen und somit die kosteneffizienteste Lösung. Auf kleinen Booten stellt die Unterbringung dieser Länge jedoch oft eine Herausforderung dar.
    • Ein Platz unter einer Koje oder an der Decke eines Technikbereichs sind gute Beispiele dafür, wo sich diese Länge auf den meisten Booten unterbringen lässt.
    • Sollte dies dennoch ein Problem darstellen, kommen auch 21-Zoll-Membranen infrage, die den Platzbedarf erheblich reduzieren.

Inspirationen für den Einbauort Ihres Wassermachers auf einem Segelboot.

Es gibt eine enorme Vielfalt an Booten, die auf sehr unterschiedliche Weise genutzt werden; daher lässt sich nicht pauschal der eine optimale Einbauort für einen Wassermacher empfehlen. Wir möchten Ihnen jedoch anhand der Aufteilung einer typischen Serienyacht einige Anregungen geben.

Beispiel 1: Installation im Raum unter der V-Koje

  • Der Einlass und die Speisepumpe sind näher am Kiel angeordnet.
  • Die Hochdruckpumpe und die Membranen befinden sich im Bereich der Bugkoje – weit entfernt vom Cockpit und an einem Ort, der als Stauraum meist nur schwer zugänglich ist.
  • Das Bedienfeld kann entweder so am Schott der Bugkoje montiert werden, dass es zum Kabineneingang hin ausgerichtet ist, oder – für eine unauffälligere Optik – in einem Schrank untergebracht werden.

Beispiel 2: Achterkabine und Maschinenraum

  • Die Pumpen sind im schallisolierten Motorraum untergebracht, wodurch sie von der Schalldämmung profitieren und ansonsten ungenutzter Raum sinnvoll verwendet wird.
  • Die Membraneinheit wird beispielsweise unter der Koje der Achterkabine – direkt neben dem Motorraum – installiert, um von den dort herrschenden niedrigen Temperaturen zu profitieren.
  • Wie in Beispiel 1 kann das Bedienfeld für einen bequemen Zugriff in einem Schrank oder an der Vorderseite der Koje angebracht werden.

In beiden Beispielen wird der Geräuschpegel in Salon und Cockpit reduziert, und die gewählten Einbauorte bieten bei den meisten Booten ausreichend Platz für eine Standard-40-Zoll-Membran.

Zwei Installationsbeispiele für einen Watermaker auf einem Segelboot.

Hast du noch Fragen zur Installation eines Wassermachers an Bord deines Bootes?

Ganz gleich, ob Sie ein Segelboot, ein Motorboot oder eine Yacht besitzen – jedes Boot ist anders, genau wie die Vorlieben und Fragen der jeweiligen Eigner. Machen Sie sich also keine Sorgen, falls noch Fragen offen sind: Schreiben Sie uns einfach eine Nachricht, und wir schauen gemeinsam, wie wir Ihnen bei Ihren spezifischen Anliegen weiterhelfen können!

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